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Man möchte weglaufen von dem Kasten, doch da hat es einen
schon gepackt: Cathy Freeman ist da, die Olympiaheldin des Jahres
2000, und obwohl sie reichlich dreist gleich zweimal ihren Sponsor
feiert, kann man sich ihrem Zauberbann nicht entziehen. Nicht der
Dramatik ihres Laufes im 400-Meter-Finale von Sydney. Und nicht
ihren beschwingten Worten.
Und damit sind wir auch schon bei unserem ersten olympischen Helden
2004. Bei Jürgen Stähle, dem Simultandolmetscher. Wahrscheinlich
nicht viele kennen seinen Namen, kaum einer kennt sein Gesicht.
Dabei ist er schon seit Jahren dabei - und immer ist er Weltklasse.
Und das in Englisch, in Französisch und sogar in Spanisch.
Niemals laufen seine Übersetzungen dem Sprechenden ächzend
hinterher, niemals stolpern, niemals schwitzen, niemals dröhnen
sie. Man kommt, gerade wenn man selber ein Fremdsprachenstammler
ist, aus der Verblüffung nicht heraus. Ja, man meint sogar,
dass manch ein grandioser Mann (denken wir nur etwa an Erwin Huber
oder Lothar Matthäus), von Stähle ins Deutsche übersetzt,
noch grandioser wirken könnte.
Man wird wohl noch manchmal davonlaufen wollen vor Olympia. Vor
den Dopingschwindlern, den großspurigen Funktionären,
dem lärmenden Schwarm der Moderatoren und Entertainer. Dann
aber kommt Stähle. Ein Könner. Man bleibt.
"Erstes Gold - Stähle bezaubert"
B. Henrichs, Süddeutsche Zeitung, Olympia-Kolumne Athen
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